Reisetipp: Galena, IL

Als im September eine gute Freundin zu Besuch war, nutzten wir die Gelegenheit um uns ein wenig die Umgebung von Chicago anzuschauen.

Die kleine Stadt Galena ist etwa dreieinhalb Autostunden von Chicago entfernt und befindet sich am nordwestlichsten Zipfel des Staates Illinois, der dort an Wisconsin im Norden und Iowa im Westen angrenzt. Die Stadt wurde 1823 gegründet und hatte in ihrer Blütezeit bis zu 14.000 Einwohner, heute sind es nur noch um die 3400.

Galena ist der englische Ausdruck für Bleiglanz, das zur Herstellung von Blei verwendet wird und das der Stadt zum schnellen Wachstum verhalf. Mitte des 19. Jahrhunderts verlor die Stadt allerdings kontinuierlich an Bedeutung. Seit den 1980’ern entwickelte sich der Ort als Touristenattraktion. Hauptattraktion ist die Main Street, in der sich der Historische Distrikt befindet, wlecher immerhin auf dem National Register of Historic Places gelistet ist. Im historischen Distrikt kann man zeitgenössische Architektur bewundern und in den Gebäuden findet man nette Geschäfte und Restaurants, die zum Entdecken einladen.

Weitere Attraktionen sind das Grant-House (der spätere President Ulysses S. Grant hatte hier zeitweise seine Residenz), der Grant-Park und das Belvedere, eine Villa, die man besichtigen kann. Ein Spaziergang in den Seitenstraßen von Galena ist ebenfalls sehr lauschig.

Hier ein paar Eindrücke:

Das Grant Haus – man kann es übrigens besichtigen.

Der Grant-Park.

Wer müde ist, kann eine Stadttour mit dem Trolley Bus machen.

Gefühlte 1001 Stufen…

Wer sich die Stufen heraufquält wird mit Entdeckungen wie diesem Blech-T-Rex belohnt.

Der historische Distrikt. Er wäre noch hübscher, wenn keine Autos am Straßenrand parken würden.

Hübsche altmodische Geschäftsschilder.

In den Seitenstraßen kann man hübsche Häuser entdecken.

Ich hoffe, meine Eindrücke von Galena haben Euch gefallen. Würde Euch der Ort als Reiseziel reizen?

Bizes, Eure Umeko

Oxford – Schloss, Bodleian Library und Christ Church College

Meinen letzten Tag in Oxford nutzte ich, um noch ein paar Sehenswürdigkeiten zu besichtigen.

Erste Station war Oxford Castle. Die Burg, die sich strategisch auf einem Hügel befindet, wurde im 11. Jahrhundert von den Normannen erbaut. Vom ursprünglichen Komplex ist noch der Turm, der St. Georges Tower, erhalten, der mit seinen 2m dicken Mauern allen Zerstörungsversuchen erfolgreich trotzen konnte. Der Turm wurde ab dem 17. Jahrhundert als Gefängnis genutzt, in dem erbärmliche Verhältnisse herrschten. Misshandlungen, Folter, Hunger und Krankheiten waren an der Tagesordnung.

1000 Jahre blicken von diesem Turm auf uns herab, Obelix, ahem, liebe Leser...

Da ich gerade pünktlich zum Beginn einer Führung ankam, entschied ich mich, sie mitzumachen. Der „Guide“, der als Häftling verkleidet war, erzählte uns die Geschichte der Burg, gewürzt mit allerlei schaurigen Anekdoten. Wir stiegen auf den St. Georges Tower und besichtigen die Krypta (in der es angeblich spuken soll, da sie wegen ihrer Kühle als Leichenhalle benutzt wurde – und gleichzeitig als Vorratsraum für Lebensmittel, yummy!!) und sahen die Zellen der Gefangenen in den später hinzugefügten Gebäuden. Durch den neueren Gebäudeflügel konnte man anschließend alleine gehen (den Turm darf man – wahrscheinlich aus Sicherheitsgründen – nur mit Führer besichtigen). Es gab viele Informationen über die Haftbedingungen und über einige berühmte Gefangene. 3 Wochen Gefängnis und harte Arbeit für das Stehlen eines Brotleibs wurde offenbar damals (auch für Kinder) als eine angemessene Strafe angesehen. Die harte Arbeit bestand z.B. darin, 16 Stunden lang an einer Kurbel zu drehen. Die Kurbel setzte dabei gar nichts in Bewegung, sie diente nur als Beschäftigung für die Gefangenen. Einen Nachbau einer solchen Kurbel darf man übrigens selbst ausprobieren.

In der Ecke hinten rechts spukt es (wenn man dem Guide Glauben schenken darf...)

Die Kurbel.

Anschließend ging ich zur Bodleian Library, einer der ältesten Bibliotheken Europas. Man kann ohne Gebühr den Innenhof ( „Old Schools Quadrangle“) besichtigen und dort den „Tower of the five Orders“ bewundern. Ausserdem fand gerade eine Austellung mit dem Thema „Romance of the Middle Ages“ statt. Es wurden unter anderem handgeschrieben Bücher aus dem Mittelalter ausgestellt, aber auch neuere Literatur erwähnt, die man in die „Romance“ einordnen kann. Die Bodleian Library diente übrigens auch als Filmkulisse für die Harry Potter Filme, die „Divinity School“ z.B. ist dort das Hospital. Die Divinity School und andere Teile der Bibliothek sind allerdings nur mit einer Führung zu sehen.

Letzte Station war dann das Christ Church College. Dieses ist eines der größten und wohl das elitärste College von Oxford. Der Kreuzgang („the Cloisters“), die Kathedrale, die Halle (die ebenfalls als Filmkulisse für Harry Potter diente) und mehrere Innenhöfe sind gegen Gebühr zugänglich.

Was schaut Ihr Euch am liebsten bei Städtebesichtigungen an? Museen, Parks, berühmte Gebäude oder nutzt Ihr die Gelegenheit für Shopping, Restaurants oder zum Ausgehen?

Bizes, Eure Umeko

Oxford – botanischer Garten und Einkäufe

An meinem zweiten Nachmittag in Oxford habe ich mir den botanischen Garten angeschaut. Mitte März ist sicherlich nicht die beste Jahreszeit, um einen Garten zu besichtigen, da dann die Bäume erst anfangen zu treiben und nur wenige Blumen bereits blühen.

Wie zu erwarten, waren die Blumenbeete noch recht leer. Im hinteren Teil des Geländes wurden Beete sogar erst für die Saat vorbereitet. Es gab aber ein paar Gewächshäuser, eines enthielt interessanterweise fleischfressende Pflanzen.

Fiese Fallen für Insekten

Noch mehr fleischfressende Pflanzen

Ein paar Blumen waren doch schon in Blüte

Ob das mit dem Ingwer aus dem Supermarkt auch geht? Einfach in Erde legen?

Im Frühling und im Sommer ist der botanische Garten bestimmt attraktiver als im März. Trotzdem fand ich es schön, mal wieder in der Natur zu spazieren.

Anschließend ging ich noch ein wenig in der Stadt herum. Es gibt ein paar nette Geschäfte hier und da. In den Haupteinkaufsstraßen sind  natürlich die Ketten, die man in jeder europäischen Stadt findet, aber auch englische Geschäfte, die ich bisher selten oder gar nicht gesehen hatte: Primark, Topshop, Fat Face, New Look uva. Die Qualität ist mittelmässig, die Sachen sind dafür aber recht preiswert. Mir fiel auf, dass es viele taillierte Kleider  in den Kollektionen gab. Ich weiß nicht, ob das die Englische Mode ist, oder nur ein aktueller Trend. Auf jeden Fall fand ich die Sachen hübscher als die Sporty-Sachen, die es in den USA im Überfluss gibt.

Die beiden folgenden Läden fand ich besonders interessant:

Mr Simms: Ein Süßwarenladen in altmodischem Stil. Schokolade, Bonbons, Lollis und Drops locken hier mit hübschen Vintage-Verpackungen. Da Mr Simms eine Franchise ist, muss man übrigens nicht extra nach Oxford fahren, um den Laden zu besuchen 🙂

Ich konnte den Laden nicht ohne die Jugendstil-Dosen verlassen

Alice’s Shop: Lewis Caroll, der Autor von „Alice im Wunderland“, war Lehrer an Oxford’s Christ Church College. Das (angeblich) reale Vorbild der Wunderland-Alice ging regelmäßig in den Süßwarenladen, der heute „Alice’s shop“ heißt und zahlreiche Merchendise-Artikel anbietet. Ich wurde dort auf eine von Tove Jansson illustrierte Version des Buches aufmerksam!

Sogar beautytechnisch bin ich fündig geworden. In der Apothekenkette Boots, deren Beauty-Abteilung einem Douglas ähnelt, kaufte ich mir ein Bio-Körperöl und einen Make-Up-Entferner.

Geht Ihr auch so gerne in botanische Gärten oder Parks? Kennt Ihr Tove Jansson? Was hättet Ihr Euch in England gekauft?

Bizes, Eure Umeko

Oxford

Ich war beruflich für eine Woche in England und hatte ein wenig Zeit, um mir die nächstgelegene Stadt anzuschauen: Oxford.

Mein Hotel war in einem benachbarten Ort und ich nahm den Bus, um in die Stadt zu fahren. Bus fahren in einem anderen Land ist ja immer eine Herausforderung, es war aber einfacher, als ich gedacht hatte. Man steigt ein, sagt dem Busfahrer die Haltestelle und kauft sein Ticket (also wie in Deutschland). Allerdings war der Busfahrer nicht so begeistert, als ich ihm eine 20Pfund Note hinstreckte. Er sagte mir, dass man für Bustickets am besten das nötige Kleingeld bereithalt solle, da häufig nicht genügend Wechselgeld vorrätig sei. Nach etwas Grummelei gab er es mir aber trotzdem.

Die Haltestellen wurden leider nicht angekündigt. Für die Hinfahrt war das kein Problem, man erkennt ja doch irgendwie, wo die Innenstadt ist. Für die Rückfahrt wollte ich aber kein Risiko eingehen (ich erinnere mich noch lebhaft an eine kleine Bus-Odyssee in Japan…) und fragte den Busfahrer, ob er mir bescheid sagen könne, wenn der Bus an meiner Haltestelle ankäme. Das hat er später freundlicherweise auch getan.

In Oxford bin ich erst einmal ziellos herumspaziert und habe es genossen, in einem europäischen Stadtkern zu sein: die engstehenden Häuser, die alten Gebäude, die Geschäfte, die Fußgänger, das geschäftige Gewusel. Nachdem ich einen ersten Eindruck von der Stadt erhalten hatte, ging ich in Richtung Tourist-Information-Center. Ich hatte gehofft, dort Infos über die Museen und Sehenswürdigkeiten zu finden. Sämtliches Informationsmaterial dort war allerdings nur gegen Gebühr erhältlich. Ich entschied mich für ein kleines Heft, das die wichtigsten(?) Sehenswürdigkeiten zusammenfasste und einen Stadtplan enthielt.

Später kaufte ich mir in einer Bücherei doch einen Stadtführer, da mir das Heftchen aus dem Informationszentrum nicht ausreichte. Und nach dem ganzen Geschreibsel folgen nun ein paar Eindrücke meines ersten Spaziergangs durch Oxford.

Die Zierkirschen sind hier schon in Blüte.

Malerische Aussicht.

Unter anderem besichtigte ich das Magdalen College. Es wurde 1458 gegründet und gilt als eines der schönsten Colleges von Oxford (sagt Wikipedia). Man kann den St John’s Quadrangle, den Chaplain’s Quadrangle, die Kapelle sowie den Kreuzgang besichtigen und auch einen Blick in den Eßsaal werfen. Außerdem kann man draußen um eine (recht große) dreieckige Wiese einen Rundgang auf dem Addison’s Walk machen. Das ist im Frühjahr und Sommer bestimmt sehr schön, Mitte März waren die Bäume aber noch kahl und somit wirkte der Spaziergang nicht sehr einladend.

Magdalen College - Eßsaal

Magdalen College - durch das Tor geht es zum Kreuzgang

Magdalen College - St John's Quadrangle

Magdalen College - Blick auf den Tower

Fantasievolle (und nicht gerade nette) Fratzen zieren die Mauern des Magdalen College. Die Figur unten rechts scheint allerdings neueren Datums zu sein...

Wart Ihr schon mal in Oxford oder in England? Was habt Ihr Euch angeschaut? Wie hat es Euch gefallen?

Bizes, Eure Umeko

Visite de Paris (Tag 1)

Hmmm, schon wieder Paris? Ja, schon wieder. Dieses Mal war es allerdings kein reiner Tourismus-Aufenthalt. Ich musste nämlich zum amerikanischen Konsulat, um mein Visum zu beantragen. In Bälde fängt nämlich meine neue Arbeit in den USA an (hier habe ich ja schon angedeutet, dass ich Frankreich bald verlasse…). Ich bin schon ganz aufgeregt und bin gespannt, wie es dort wird! Meine Arbeitsstelle ist in der Nähe von Chicago (ungefähr 45 km vom Zentrum).

Am ersten Tag habe ich leider nicht viele Fotos machen können, da ich für den Termin im Konsulat meinen Fotoapparat im Hotel gelassen habe. Danach bin ich spontan durch Paris spaziert, ich wollte möglichst viel von dem traumhaften Wetter profitieren.

Jardin des Tuileries: der Garten befindet sich entlang der Seine und erstreckt sich vom „Place de la Concorde“ bis zum Louvre. Ich fand den Garten nicht außergewöhnlich schön, er besteht hauptsächlich aus Alleen und Rasenflächen. Der Park ist voller Stühle (solche einfachen Metalldinger, die es an den Unis oft gibt…), auf denen die Pariser die Herbssonne genossen.

vom Louvre zum Jardin du Luxembourg: nach einem Abstecher im Carrousel du Louvre habe ich die Seine überquert und bin durch die „rue Bonaparte“ in Richtung Jardin du Luxembourg gegangen. Auf dem Weg dorthin befindet sich die Kirche Saint-Sulpice, die durchaus einen Rundgang wert ist. Den Jardin du Luxembourg fand ich ein wenig enttäuschend. Er war mehr „gartenhaft“ als die Jardins des Tuileries, aber er war überlaufener. Auch hier gab es wieder diese Stühle und die Wege waren gesäumt von Leuten, die picknickten, lasen, plauderten oder einfach die Sonne genaßen.

vom Jardin du Luxembourg ins 15. Arrondissement: Ich hatte keine Lust, die Metro zu nehmen und bin einfach zu Fuß bis zum Hotel gegangen. Als Fußgänger kann man so schön die Stadt entdecken. Der Weg war gesäumt von kleinen Läden, Cafés und Restaurants. Très français!

Oper und Galeries Lafayette: Nach einer Pause im Hotel ging es nun Richtung Oper (mit der Metro diesmal…). Man kann die Oper übrigens besichtigen, ich bin aber weiter Richtung Galeries Lafayette gegangen. Die berühmten Galeries Lafayette am Boulevard Haussmann waren die erste Niederlassung der berühmten Ladenkette. Eröffnet wurden sie 1894. Im Jahre 1912 wurde dann das erweiterte Geschäft eingeweiht; das fünfstöckige Gebäude wird von einer 33m hohen Kuppel gekröhnt. 10 Fensterreihen, eingefasst in aufwändig dekorierte Metallgestelle schmücken die Kuppel. Die Geländer der unteren Stockwerke wurden übrigens von Louis Majorelle gestaltet (Vertreter der Ecole de Nancy). Auch wenn man nichts einkaufen möchte sind die Galeries Lafayette einen Besuch wert!

Die Pariser Oper

Die Kuppel in den Galeries Lafayette Haussmann

von der Oper zum Place de la Concorde, Champs Elysées: Von der Oper bin ich anschließend über den Place Vendôme zum Place de la Concorde spaziert. Hier findet man viele schicke Geschäfte und Hotels. Vom Place de la Concorde kann man dann durch die Champs Elysées bis zum Triumphbogen gehen. Dieses Mal habe ich auch einen Abstecher in die Parfumerie Sephora gemacht. Die Auswahl dort ist immens und ich konnte natürlich das Geschäft nicht mit leeren Händen verlassen. Was ich mir dort gekauft habe, poste ich ein andermal :).

Place Vendôme

Die Champs Elysées

Kennt Ihr schöne Gärten in Paris? Ich war doch ein wenig enttäuscht vom Jardin du Luxembourg. Wart Ihr schonmal in den Galeries Lafayette?