Yukio Mishima – Der Tempelbrand

Wersich ein wenig für japanischer Literatur interessiert, ist sicher schon auf den Autor Yukio MISHIMA gestoßen. Er heißt eigentlich Kimitake Hiraoka und wurde 1925 in Tokyo geboren. Er gilt als einer der bedeutendsten japanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts und wurde 3 mal für den Literatur-Nobelpreis nominiert. Sein Werk ist sehr vielfältig, er verfasste Romane, Schauspiele Erzählungen und Gedichte. Mishima ist auch bekannt für die Umstände seines Selbstmords im Jahr 1970: Er beging rituellen Suizid durch Seppuku, nachdem ein Staatsstreich zur Wiederherstellung des Kaisers als Staatsoberhaupt gescheitert war. Es wurde (und es wird immer noch) über seinen Selbstmord spekuliert, insbesondere wird vermutet, dass der Staatsstreich nur ein Vorwand für seinen Freitod war. Mishima selbst habe gar nicht damit gerechnet, dass sein Coup d’Etat Erfolg haben würde.

Der Roman „der Tempelbrand“ basiert auf einer wahren Begebenheit. Im Jahre 1950 setzte der junge Mönch Hayashi Yoken das „Goldpavillon“ genannte Gebäude des Kyotoer Tempels Kinkaku-ji (oder Rokuon-ji) in Brand. Der junge Mann, bei dem später Geisteskrankheit diagnostiziert wurde, versuchte, sich nach der Tat das Leben zu nehmen, was ihm allerdings nicht gelang. Mishima besuchte Hayashi im Gefängnis und verfasste in den folgenden Jahren den fiktiven Roman, der die Geschichte von der Kindheit bis zur Tatnacht aus der Sicht des Mönchs erzählt.

Das Buch hatte eine verstörende Wirkung auf mich. Mishima führt zahlreiche Nebenfiguren und -geschichten in seinen Roman ein, deren (oft trauriges) Schicksal einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt. Trotzdem ist das Werk interessant zu lesen, besonders Japan-Begeisterten würde ich das Buch empfehlen. Der Pavillon wurde 1955 übrigens wiedererbaut und gehört in Kyoto zum Standard-Ausflugsziel von Touristen.

Leider gibt es auf deutsch nur gebrauchte Ausgaben des Buches. Wie man dem Bild oben entnehmen kann, habe ich es auf französisch gelesen. Es gibt aber auch englische Ausgaben. Ansonsten findet man das Buch vielleicht in Bibliotheken.

Der wiederaufgebaute Kinkaku-ji.

Kennt Ihr Bücher von Mishima? Kennt Ihr andere japanische Autoren? Oder lest ihr sonstige nicht-europäische Literatur?

Bizes, Eure Umeko

Cinéma: Tampopo

Tampopo ist einer der Filme, die ich mir schon lange anschauen wollte, aber irgendwie nie dazu kam. Er stammt aus dem Jahr 1985, der Regisseur ist Juzo Itami.

Die verwitwete Tampopo (deutsch: Löhwenzahn) besitzt eine kleine Nudelküche, die leider nicht viel Erfolg hat. Tampopo ist nämlich keine begnadete Nudelköchin, ihre Ramen (jap. Nudelgericht) schmecken einfach nicht gut. Durch Zufall kommt der Lastwagenfahrer Goro in ihren Laden. Gemeinsam mit seinem jungen Kollegen Gun (Ken Watanabe – der Schauspieler aus dem „letzten Samurai“) hilft er Tampopo, die Kunst der Nudelsuppenzubereitung zu erlernen. Konkurrierende Nudelküchen werden auspioniert, sogar die Mülltonnen werden durchsucht, um an das wohlgehütete Rezept des Kochs zu kommen. Für ihre Suche erhält das Trio  Zuwachs von einem Landstreicher, einem Chauffeur und einem Verehrer Tampopos. Können sie gemeinsam Tampopo zu ihrem Ziel verhelfen, eine gute Ramen-Suppe zu kochen?

Der Hauptplot ist durchbrochen von kurzen Nebengeschichten, deren Gemeinsamkeit das Thema Essen ist. Trotzdem verliert der Film die Hauptgeschichte nie aus den Augen.

Tampopo wurde als „erster Ramen-Western“ beworben (in Anlehnung an die Spagthetti-Western aus Italien). Goro erinnert sehr an einen der wortkargen Cowboys aus Wild-West-Filmen. Er trägt einen Cowboyhut (den er nicht mal beim Baden auszieht) und schreckt nicht vor einer Prügelei zurück. Manche Szenen werden mit der dramatischen, für Western-Filme typischen Musik unterlegt. Dabei spielt der Film im Tokyo des 20. Jahrhunderts.

Es finden sich aber auch Anlehnungen an den Film noir. Ein namenloser Gangster ist in der Einführung des Films zu sehen und er taucht auch später noch öfter auf.

Der Film hat viele lustige Momente, manche Szenen gehen sogar ins Absurde (die kochende Mutter und die alte Frau im Supermarkt). Ich wurde sehr gut unterhalten und fand die ideenreichtums des Regisseurs sehr interessant.

Einen sehr interessanten Review kann man hier lesen. Aber bitte nicht durchlesen, wenn Ihr Euch den Film anschauen wollt, es werden zu viele der überraschendsten Szenen verraten.

Kennt Ihr den Film? Wie fandet Ihr ihn?

Bises, Eure Umeko

Skin Milk (Nivea)

Als ich letzten Sommer in Japan war, ist dummerweise der Flakon mit meiner Bodylotion ausgelaufen. Für Reisen fülle ich nämlich gerne meine Fullsize-Produkte in kleinere Fläschchen um. Leider war der Flakon aus dem dm nicht dicht und ein Teil der Lotion lief aus. Glücklicherweise war es nicht viel, aber um weitere Mißgeschicke dieser Art zu vermeiden, warf ich den Flakon weg. Eine neue Bodylotion musste also her. Meine Haut ist zwar nicht überaus trocken, aber ich creme sie gerne nach dem Duschen ein.

In der Stadt war es glücklicherweise nicht schwierig, einen Drugstore zu finden. Häufig haben diese Läden eine vollständig offene Front (also keine Eingangstüren), und schon beim Näherkommen weht einem die klimatisierte, kühle Luft entgegen. Der Eingangsbereich ist mit allerlei Ware in Körben, auf Tischen und Regalen zugestellt. Auf den ersten Blick kann man meist nicht erkennen, was es ist, die Angebotsschilder sind alle auf Japanisch geschrieben. Man fühlt sich wie ein Analphabet. Hat man sich den Weg durch die Warenauslage und durch herein- und herausströmende Kunden gebahnt, ist man endlich im Innern. Die Regale sind dicht bepackt und stehen zimlich eng. Jeder Quadratmeter wird ausgenutzt. Im Drugstore findet man Schönheitsprodukte,  Arznei, Schminke, Getränke und vieles mehr. Es lohnt sich, auf Entdeckungstour zu gehen. Sehr lustig fand ich BB- und Whitening-Cremes für die Beine. Wird dieser Trend seinen Weg nach Europa finden?

Ich hatte ein wenig Mühe, den Bereich mit den Body-Lotions zu finden, denn ich kann zwar ein bisschen Japanisch, aber nur wenige Schriftzeichen (Kanji) lesen. Schließlich wurde ich aber fündig. Ich hatte nun die Auswahl zwischen vielen Flakons, deren Zweck und Inhalt ich nur erraten konnte  – und einer Nivea Bodylotion. Ich habe mich letztendlich für Nivea entschieden, da die Flasche recht klein war und ich bezüglich der anderen Produkte ein wenig skeptisch war. Ich kannte weder die Marke, noch den Zweck, fand die Verpackung nicht besonders attraktiv und konnte  nicht lesen, was drin ist.

Skin Milk von Nivea

Die Bodylotion heißt „Skin Milk“ („skin miruku“ wird im japanischen daraus) und hat den Zusatz „fresh sensation“. Der Flakon hat eine wellige Form und ist relativ klein, etwa von der Größe einer flachen Hand. Der Deckel ist flach und da der Verschluss oben relativ groß ist, steht die Flasche auch auf dem Kopf ziemlich stabil. Das war sehr praktisch, als der Flakon leerer wurde. Man kann sie einfach herumdrehen und beim nächsten Entnehmen muss man nicht ewig warten, bis die Creme zur Öffnung gelaufen ist.

Die Lotion hat den typischen Nivea-Geruch: leicht cremig und ein bißchen süßlich. Die Konsistenz war flüssig und locker, die Milch ließ sich problemlos auf der Haut verteilen und hatte einen leicht kühlenden Effekt (daher wohl der Name „Fresh Sensation“). Das war sehr angenehm, da der Sommer auf Japans Hauptinsel sehr heiß und schwül ist. Für den Herbst und Winter finde ich diese Lotion aber nicht hydratisierend genug, da braucht es etwas reichhaltigeres.

Inhaltstoffe. Wer kann es entziffern?

Das fand ich gut:

  • mittelgroßer Flakon (praktisch für die Reise)
  • kühlender Effekt

Das fand ich solàlà:

  • ich mag die Marke Nivea eigentlich nicht
  • nur für den Sommer geeignet, da nicht reichhaltig genug für kühlere Jahreszeiten

Würde ich es noch mal kaufen: Nein

Infos: Ich weiß nicht, ob es die Creme in Europa gibt. Hier ein Review über die gleiche Lotion, in der arabischen Version.

Wer errät, was der Aufkleber zu bedeuten hat?

Mögt Ihr Nivea? Hättet Ihr ein Euch unbekanntes Produkt gekauft oder würdet Ihr auch lieber auf eine bekannte Marke zurückgreifen?

Bizes, Eure Umeko

DIY: Origami-Mobile

Ein Origami-Mobile, dass ich bei einer Bekannten gesehen hatte, hatte mich zum Basteln inspiriert. Es bestand aus Kranichen aus Papier, die in regelmässigen Abständen an einer Schnur befestigt waren.

Meine Version besteht aus 3 Kranichen. Für 2 davon habe ich gemustertes Papier benutzt, der dritte Kranich ist einfarbig. An die Schnur habe ich Holzperlen aufgereiht. Hier ist ein Foto von dem fertigen Mobile:

Das braucht man dazu:

  • Origami-Papier, farblich passend
  • Holzperlen
  • Perlon-Faden (Nylonfaden), etwa 50 cm
  • Nadel
  • Schere

So geht’s:

3 Kraniche Falten, Faltanleitungen gibt es im Internet, z.B. hier

An ein Ende des Perlonfadens eine Holzperle verknoten. Genügend Faden übrig lassen, damit man das lose Ende in den untersten Kranich schieben kann. Ansonsten steht der Faden unschön ab.

Mit der Nadel von unten nach oben durch den Kranich durchstechen (unten ist sowieso eine kleine Öffnung). Darauf Achten, dass die Nadel oben möglichst mittig ist.

Holzperlen aufreihen. Nach gewünschtem Abstand (etwa 16-20 Perlen) den zweiten Kranich befestigen.

Wieder Holzperlen aufreihen und dann den dritten Kranich befestigen. Noch mal Holzperlen aufreihen. Dann eine Schlaufe zum Befestigen machen, eventuell eine kleine Glasperle als Hilfe benutzen. Der Perlonfaden ist leider ziemlich rutschig und es ist nicht so einfach, Knoten zu machen, die richtig fest sind.

Dann muss man nur noch den überstehenden Faden noch mal zurück durch die Holzperlen führen, damit er nicht absteht. Das untere Fadenende, unter dem 1. Kranich, nicht vergessen.

Wie gefällt Euch das Mobile? Würdet Ihr Euch über ein selbsgebasteltes Geschenk freuen?

Bizes, Eure Umeko