Französische Höflichkeitsfloskeln

Laterne auf dem Place Stanislas in Nancy (hat zwar nichts mit dem Thema zu tun, ist aber trotzdem hübsch)

Franzosen sind höflicher sind als Deutsche, das ist der Eindruck, den ich nach meinem Frankreich-Aufenthalt gemacht habe.

Ein Kapitel für sich sind die Floskeln, die man am Ende eines Briefes findet.

Ich hatte Französisch in der Schule (ziemlich lange sogar…) aber ich ich habe leider nicht gelernt, wie man einen Brief auf Französisch abschließt. Es war also sehr lustig, als ich dann in die Situation kam, offizielle, semi-offizielle oder persönliche Briefe zu verfassen. Ich erinnere mich daran, wie ich das Internet nach passenden Sätzen durchforstet hatte. „Hm, kann man das so sagen?“, habe ich mich anfangs häufig gefragt.

Im Deutschen kann man mit der Formel „mit freundlichen Grüßen“ für professionelle Briefe nicht viel falsch machen, im Französchen aber gibt es eine Vielzahl fantasierreicher Floskeln:

  • « Je vous prie d’agréer*, Monsieur, mes salutations distinguées. »
  • « Je vous prie d’agréer, Monsieur, mes respectueuses salutations. »
  • « Je vous prie d’agréer, Monsieur, l’expression de ma considération distinguée. »
  • « Je vous prie d’agréer, Monsieur, l’expression de ma plus haute considération. »

Lustig, nicht wahr, es gibt aber noch mehr:

  • « Je vous prie de croire°, Monsieur, en l’expression de ma considération distinguée. »
  • « Je vous prie de croire, Monsieur, en l’expression de ma plus haute considération. »
  • « Je vous prie de croire, Monsieur, en l’expression de ma profonde gratitude. »

Ohlàlà, im Vergleich dazu kommt unser Mfg ziemlich schnoddrig rüber, findet Ihr nicht?

Letztendlich habe ich diese Formeln nur ein oder zwei mal benutzt, z.B. für so feierliche Angelegenheiten wie die Einladung meiner Zweitprüfer für meine mündliche Prüfung. Korrespondenz von meiner Bank enthält aber tatsächlich obige Sätze.

Im „alltäglichen“ Leben fand ich folgende Formeln hilfreich:

„Offiziell“

  • Sincères salutations
  • Meilleures salutations
  • Salutations

„Privat“

  • A plus (oder auch die verkürzte Version „@ +“)
  • Bizes („Küsschen“)
  • Bisous
  • Amicalement (veraltet?)
  • Amitiés (veraltet?)

„Zwischendrin“

  • Cordialement

Haha, und jetzt muss ich mich an die englischen Ausdrücke gewöhnen.

Findet Ihr auch, dass die Deutschen im Vergleich zu den Franzosen griesgrämiger und weniger höflich sind (ich muss mich da wohl mit einbeschließen)?

* man kann „je vous prie d’agréer“ auch durch « Veuillez agréer », « Je vous prie de recevoir » oder « Veuillez recevoir » ersetzen

° oder « Veuillez croire » benutzen

Quelle

♥ Coup de coeur (6) – pâtisseries

Frankreich ist das Land der Gourmets und natürlich gibt es dort neben raffinierten Hauptgerichten auch köstliche Süßspeisen. In französischen Bäckereien und Konditoreien gibt es eine beeindruckende Auswahl an Feingebäck (oder „patisseries“). Basis ist meist Blätterteig oder Brandteig, der mit Creme, Zuckerguss, Sahne und/oder Früchten verarbeitet ist. Die Gebäckstücke sind außerdem hübsch verziert, sind also gleichermaßen ein Augen- und Gaumenschmaus. Auf Wikipedia gibt es eine Liste der Patisseries, die aber bestimmt nicht vollständig ist, denn jede Bäckerei hat mindestens eine Spezialität im Sortiment (wenn es auch nur die Variante eines bekannten Gebäcks ist).

Patisseries in einer französischen Bäckerei/Konditorei

Einige der Patisseries haben ihren Weg auch nach Deutschland gefunden, Croissants oder Eclairs zum Beispiel findet man in jeder größeren Bäckerei. Ich habe in Frankreich aber viele Entdeckungen machen können. Übrigens sollte man sich nicht von der geringen Größe täuschen lassen. Da oft Buttercreme benutzt wird, sind die Patisseries sehr sättigend (und leider auch wahre Kalorienbomben).

Eclair

Paris-Brest

Welche Patisseries mögt Ihr gerne? Ich habe nirgends so tolle Croissants gegessen wie in Frankreich. Übrigens bereiten manche Bäckereien besonders gute Croissants vor. Es lohnt sich also, auf andere Bäckereien auszuprobieren. Warteschlangen am Sonntag Morgen sind häufig ein gutes Erkennungsmerkmal.


♥ Coup de coeur (5) – MaronSui’s

In den Kühltheken französischer Supermärkte findet man ein große Auswahl an Desserts. Eines meiner Lieblingsdesserts sind die „MaronSui’s“ von Nestlé, das ist ein cremiger Schaum aus Esskastanien. Das Ganze gleicht also von der Konsistenz her einer Mousse au chocolat (vielleicht etwas cremiger, wenn man direkt vergleicht). Der Geschmack ist würzig und nussig. In Deutschland gibt es leider kein Äquivalent dazu.

MaronSui's

So sieht der Schaum aus. Die Portion ist leider viel zu schnell gegessen....

Kennt Ihr die MaronSui’s? Welche Desserts aus Frankreich (oder anderen Ländern) vermisst Ihr in deutschen Supermärkten?

Visite de Paris (Tag 1)

Hmmm, schon wieder Paris? Ja, schon wieder. Dieses Mal war es allerdings kein reiner Tourismus-Aufenthalt. Ich musste nämlich zum amerikanischen Konsulat, um mein Visum zu beantragen. In Bälde fängt nämlich meine neue Arbeit in den USA an (hier habe ich ja schon angedeutet, dass ich Frankreich bald verlasse…). Ich bin schon ganz aufgeregt und bin gespannt, wie es dort wird! Meine Arbeitsstelle ist in der Nähe von Chicago (ungefähr 45 km vom Zentrum).

Am ersten Tag habe ich leider nicht viele Fotos machen können, da ich für den Termin im Konsulat meinen Fotoapparat im Hotel gelassen habe. Danach bin ich spontan durch Paris spaziert, ich wollte möglichst viel von dem traumhaften Wetter profitieren.

Jardin des Tuileries: der Garten befindet sich entlang der Seine und erstreckt sich vom „Place de la Concorde“ bis zum Louvre. Ich fand den Garten nicht außergewöhnlich schön, er besteht hauptsächlich aus Alleen und Rasenflächen. Der Park ist voller Stühle (solche einfachen Metalldinger, die es an den Unis oft gibt…), auf denen die Pariser die Herbssonne genossen.

vom Louvre zum Jardin du Luxembourg: nach einem Abstecher im Carrousel du Louvre habe ich die Seine überquert und bin durch die „rue Bonaparte“ in Richtung Jardin du Luxembourg gegangen. Auf dem Weg dorthin befindet sich die Kirche Saint-Sulpice, die durchaus einen Rundgang wert ist. Den Jardin du Luxembourg fand ich ein wenig enttäuschend. Er war mehr „gartenhaft“ als die Jardins des Tuileries, aber er war überlaufener. Auch hier gab es wieder diese Stühle und die Wege waren gesäumt von Leuten, die picknickten, lasen, plauderten oder einfach die Sonne genaßen.

vom Jardin du Luxembourg ins 15. Arrondissement: Ich hatte keine Lust, die Metro zu nehmen und bin einfach zu Fuß bis zum Hotel gegangen. Als Fußgänger kann man so schön die Stadt entdecken. Der Weg war gesäumt von kleinen Läden, Cafés und Restaurants. Très français!

Oper und Galeries Lafayette: Nach einer Pause im Hotel ging es nun Richtung Oper (mit der Metro diesmal…). Man kann die Oper übrigens besichtigen, ich bin aber weiter Richtung Galeries Lafayette gegangen. Die berühmten Galeries Lafayette am Boulevard Haussmann waren die erste Niederlassung der berühmten Ladenkette. Eröffnet wurden sie 1894. Im Jahre 1912 wurde dann das erweiterte Geschäft eingeweiht; das fünfstöckige Gebäude wird von einer 33m hohen Kuppel gekröhnt. 10 Fensterreihen, eingefasst in aufwändig dekorierte Metallgestelle schmücken die Kuppel. Die Geländer der unteren Stockwerke wurden übrigens von Louis Majorelle gestaltet (Vertreter der Ecole de Nancy). Auch wenn man nichts einkaufen möchte sind die Galeries Lafayette einen Besuch wert!

Die Pariser Oper

Die Kuppel in den Galeries Lafayette Haussmann

von der Oper zum Place de la Concorde, Champs Elysées: Von der Oper bin ich anschließend über den Place Vendôme zum Place de la Concorde spaziert. Hier findet man viele schicke Geschäfte und Hotels. Vom Place de la Concorde kann man dann durch die Champs Elysées bis zum Triumphbogen gehen. Dieses Mal habe ich auch einen Abstecher in die Parfumerie Sephora gemacht. Die Auswahl dort ist immens und ich konnte natürlich das Geschäft nicht mit leeren Händen verlassen. Was ich mir dort gekauft habe, poste ich ein andermal :).

Place Vendôme

Die Champs Elysées

Kennt Ihr schöne Gärten in Paris? Ich war doch ein wenig enttäuscht vom Jardin du Luxembourg. Wart Ihr schonmal in den Galeries Lafayette?

Visite de Nancy (1): Musée de l’école de Nancy

Bevor ich aus Nancy ausziehe, möchte ich Euch noch eine kleine Liste an Sehenswürdigkeiten und Orten vorstellen, die ich dort besonders gerne mag. Den Anfang macht das „Musée de l’école de Nancy“.

Das Museum der „Schule von Nancy“. Es befindet sich in einem ehemaligen Bürgerhaus.

Unter „Ecole de Nancy“ (Schule von Nancy) versteht man die Vereinigung von Vertretern des Jugendstils in der Stadt Nancy. Die Teilnehmer dieses Zusammenschlusses gehörten den unterschiedlichsten Gebieten an: Architektur, Glasarbeit, Kristallfabrik, Kunstschmiedearbeit, Kunsttischlerei, uva. Eine erste gemeinsame Austellung verschiedener Künstler wurde bereits 1894 durchgeführt, offizielles Gründungsdatum der Vereinigung ist 1901 (die letzte gemeinsame Austellung war 1909, nur 8 Jahre später).

Das Museum ist also der Kunstrichtung des Jugendstils gewidmet. Die Kollektion besteht hauptsächlich aus Möbeln und Kunstobjekten, wie Vasen und Keramik. Es handelt sich meist um Einzelobjekte, man findet aber auch einheitliche Esembles, wie z.B. ein komplett eingerichtetes Esszimmer (z.B. „Salle à manger Masson„). Der Garten, in dem sich ein Grabdenkmal und ein Pavillon mit einem Aquarium befinden, ist einen Rundgang wert. Man kann ihn übrigens zu den Öffnungszeiten des Museums umsonst besichtigen.

Da mir die verspielte Art des Jugendstils sehr gefällt, ist das „musée de l’Ecole de Nancy“ auch mein Lieblingsmuseum in Nancy.

Zum Abschluss noch ein paar Bilder des Museums:

Ein vollständig eingerichtetes Esszimmer

Buntglasfenster im Treppenhaus

Damals trug man die Haare also hochgesteckt…

Praktische Infos:

Musée de l’École de Nancy
36-38, rue du Sergent Blandan
F-54000 Nancy
für die Öffnungszeiten: Webseite
jeden ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt frei, ansonsten kostet es 6 €

Kennt Ihr Jugendstil? Mögt Ihr diese Kunstrichtung? Geht Ihr gerne in Museen?