Visite de Paris (Tag 3)

Katakomben von Paris

Der Boden unter Paris ist ausgehöhlt durch Metrotunnel, Abwasserkanäle und… …Steinbrüche! Diese befanden sich zunächst ausserhalb von Paris. Als die Stadt im späten Mittelalter allerdings immer mehr expandierte, wurden auch die unterhöhlten Gegenden erschlossen. Gleichzeitig wurden die Steinbrüche  weiterhin ausgebeutet. Aufgrund des anarchischen Vorgehens und der unzureichenden Sicherung der  Tunnel ließen die ersten Erdrutsche nicht lange auf sich warten. Bereits im 17. Jhd gab es zahlreiche Unfälle und Ende des 18. Jhd. beschloss man, dem Problem systematisch auf den Grund zu gehen. Die Tunnelnetz wurde inspiziert, stützende Pfeiler errichtet und es wurde nach vergessenen Abschnitten gesucht. Keine leichte Aufgabe bei rund 300 km unterirdischen Gängen!

Zur selben Zeit stand Paris vor einem anderen Problem: die Friedhöfe waren überbelegt und litten unter katastrophalen hygienischen Zuständen. Um Platz zu schaffen, wurden die Gebeine der Verstorbenen von mehreren Pariser Friedhöfen (z.B. Cimetière des Innocents) in die für diesen Zweck ausgebauten Steinbrüche überführt. Der Begriff Katakomben ist also eigentlich nicht richtig: Es handelt sich in Wirklichkeit nur um ein Beinhaus (es hat also keinen sakralen Charakter). Nur ein kleiner Teil des Steinbruchs wurde dazu verwendet. Manche Tunnel, wie z.B. unter dem Sacré Coeur auf dem Montmartre mussten zubetoniert werden, da sonst der Untergrund zu instabil gewesen wäre.

Der öffentlich zugängliche Teil der Katakomben schließt das Beinhaus mit ein. Als ich die Katakomben besichtigt habe befand sich eine lange Schlange Touristen vor dem Eingang und ich musste ungefähr eine halbe Stunde warten. Insgesamt können nämlich nur ungefähr 200 Personen gleichzeitig in das Museum. Es ist ziemlich kühl in den Katakomben und der Boden ist manchmal nass (also an geeignete Kleidung denken…). Die öffentlich zugänglichen Tunnel sind ausgebaut, aber hier und da zweigt ein mit Gittern versperrter Gang ab, der den ursprünglichen Zustand zeigt: der Tunnel ist sehr eng, die Wände sind unregelmässig behauen, und die Decke ziemlich niedrig. Als im 18. Jhd (und teils auch heute noch…) Neugierige in das Tunnelnetz eindrangen, kam es vor, dass einige von ihnen sich verirrten und nicht mehr zurückfanden… Das muss man in dem Museum aber nicht befürchten. Es gibt nur einen Weg, dem man folgen kann und die Nebentunnel sind verschlossen.

Eingang des Beinhauses. "Halte ein. Hier ist das Reich der Toten."

Die Gebeine sind entlang der Wände aufeinander gestapelt

Die Schädel sind in Herzform angeordnet (mit Absicht übrigens...)

Internetseite Katakomben

weitere Infos über die Katakomben

Montmartre – Sacré-Coeur

Wenn man in Paris ist, darf man natürlich den Montmartre und die Basilika Sacré Coeur nicht vergessen. Der Hügel Montmartre ist die höchste Erhebung in Paris und man hat von dort eine grandiose Aussicht auf die Stadt (am besten also einen Tag mit schönem Wetter für die Besichtigung wählen). Das Stadtviertel war im 19./20. Jhd. ein Zentrum für Maler (Picasso, Van Gogh,…). Auf dem Place du Tertre bieten Maler ihre Bilder zum Verkauf an oder machen Portraits von zahlungswilligen Touristen. Die Basilika Sacré-Coeur ist relativ jung (1873 fertiggestellt) und gehört zu den meistbesichtigten Monumenten Frankreichs. Ich persönlich finde sie nicht sehr schön, mit etwas Fantasie gleicht sie nämlich einem Sahnetörtchen… nichtsdestotrotz lohnt sich ein Besuch wegen der herrlichen Aussicht auf die Stadt und wegen des malerischen Viertels Montmartre.

Sacré-Coeur - das Sahnetörtchen...

Très français - fast schon klischeehaft französisch ist das Viertel Montmartre

Maler auf dem Place du Tertre

Musée d’Orsay

Das Musée d’Orsay befindet sich im ehemaligen Bahnhof „Gare d’Orsay“ und wurde 1986 eröffnet. Es enthält die weltweit größte Sammlung impressionistischer Gemälde und es werden regelmäßig temporäre Ausstellungen organisiert. Das Museum ist wesentlich kleiner als der Louvre, was die Besichtigung viel angenehmer macht. Man ist nicht überfordert von der Anzahl der ausgestellten Objekte (im Louvre ist einfach zu viel…) und verlaufen kann man sich auch nicht (ja, ich habe es geschafft, mich im Louvre zu verlaufen…). Fotos darf man keine machen, was ich herzlichst begrüße. Trotz Blitz-Verbot und „don’t touch“-Schildern im Louvre fotografieren nämlich genug Pappnasen mit Blitz oder grabschen an die antiken Statuen. So was sieht man im Musée d’Orsay nicht, haleluja. Ich habe mir die temporäre Ausstellung „Beauté, morale et volupté dans l’Angleterre d’Oscar Wilde“ angesehen, die mir wirklich sehr gut gefallen hat. Gezeigt wurden Gemälde und Möbel (und weitere Objekte) des „aesthetic movement“ aus England.

Wie findet Ihr die Basilika Sacré-Coeur? Wart Ihr schon mal in den Katakomben? Welches Museum hat Euch in Paris besonders gut gefallen?

Quellen: Wikipedia

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Ein Kommentar zu “Visite de Paris (Tag 3)

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